SX1 und/oder SX2

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N-Train
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SX1 und/oder SX2

Beitrag von N-Train » 23. Mai 2019, 22:53

Hallo Zusammen,

beim Lesen in verschiedenen Foren die sich mit SX beschäftigen und auch hier, wenn auch in recht alten Beiträgen, kommt bei mir gerade folgende Frage auf.
Macht es heute noch Sinn, mit SX2 die Lok-Decoder einzustellen und dann mit SX1 zu fahren?
Vor allen Dingen weil z.B. die D&H Decoder 127 Fahrstufen haben und dann die Geschwindigkeit auf 31 Fahrstufen umgerechnet wird.
Ist zwar nur ein Verständnisproblem, aber wissen möchte ich es doch.

Viele Grüße
Hans
Spur N Modulare Anlage
D&H FCC, D&H Lokdekoder, lokale Decoder: Rautenhaus und Norbert Martsch,
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schnorpser
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Re: SX1 und/oder SX2

Beitrag von schnorpser » 24. Mai 2019, 08:04

Hallo Hans,

die Frage ist schwer pauschal zu beantworten und ich erweitere von SX2 auf SX2/DCC. Dank Multiprotokoll hast Du ja stets die Qual der Wahl "Dein" Wunschformat zu fahren. Es gibt hauptsächlich 2 Themen, die die Fahrformatwahl beeinflussen:
1) Wieviele Loks sollen gleichzeitig fahren?
2) Wieviele Sonderfunktionen sind gewünscht?

1) Hast Du eine Großanlage mit 20 und mehr gleichzeitig fahrenden (!) Loks, dann kann bzgl. Timing SX1 im Vorteil sein. Fährst Du mit 1...15 Loks gleichzeitig, dürfte es egal sein, ob SX1, SX2 oder DCC.

2) Willst Du mehr als nur Licht ein/aus, möchtest Licht vorn/hinten getrennt schalten und ggf. Funktionen wie Rangiergang nutzen, sind SX2 und DCC besser aufgestellt, da hier mehr als 2 Funktionen auf einer Adresse direkt ansprechbar sind. Unter SX1 benötigst Du ansonsten mind. eine Zusatzadresse.
Die Umrechnung von 31 auf 127 Fahrstufen erledigen die Decoder intern und glätten entsprechend der Parametereinstellungen diese Übergänge derart, dass ein weiches Fahrverhalten erzielt wird. Intern arbeiten die D&H-Decoder immer mit 127 Fahrstufen.

Da ich persönlich gern mehr als 2 Zusatzfunktionen nutze (besonders Licht getrennt und damit Vorbild-nah schalten), nutze ich für neue Loks aktuell am Gleis nur noch DCC und gut. SX1 läuft nur für Altbestände mit, die noch nicht umgerüstet sind.


Viele Grüße
SX1-Norbert
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GianB
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Re: SX1 und/oder SX2

Beitrag von GianB » 24. Mai 2019, 12:29

Hallo Hans,
schnorpser hat geschrieben:
24. Mai 2019, 08:04
1) Hast Du eine Großanlage mit 20 und mehr gleichzeitig fahrenden (!) Loks, dann kann bzgl. Timing SX1 im Vorteil sein. Fährst Du mit 1...15 Loks gleichzeitig, dürfte es egal sein, ob SX1, SX2 oder DCC.
2) Willst Du mehr als nur Licht ein/aus, möchtest Licht vorn/hinten getrennt schalten und ggf. Funktionen wie Rangiergang nutzen, sind SX2 und DCC besser aufgestellt, da hier mehr als 2 Funktionen auf einer Adresse direkt ansprechbar sind. Unter SX1 benötigst Du ansonsten mind. eine Zusatzadresse.
Das sehe ich genau so.
Zu 1) würde ich sagen, dass bei mehr als 16 Loks, die gleichzeitig fahren sollen, SX1 immer noch die erste Wahl ist. SX2 ist vielleicht eine minimale Spur schneller als DCC, aber bemerken dürfte man das nicht. Mit DCC kann man alle Decoderprodukte fahren, mit SX2 nur solche von D&H und mit SX1 solche von D&H, ESU und Uhlenbrock, um bei den bekannteren Marken zu bleiben. Aus Prinzip fahre ich nur mit einem Protokoll (heute DCC) und stelle auch die Decoder entsprechend ein (ESU-Decoder). Auch verwende ich nur Decoder von D&H, ESU und Zimo (letztere sind in Roco-Soundmodellen eingebaut).

Zu 2) In modernen Loks (besonders in H0 von Roco) werden alle Lämpchen einzeln angesteuert und so können auch sämtliche Signalbilder an den Loks nachgebildet werden. Da braucht es die Anschlüsse AUX1 bis AUX 7 dazu, wie sie Decoder von ESU bieten. D&H bietet leider keine 7 Ausgänge, da benötigt man dann z.B. einen D&H SUSI-Funktionsdecoder dazu, was ich auch schon erfolgreich gemacht habe. Da man dann z.B. auch die Tasten F0 bis F8 (oder 16) braucht, braucht man mit SX1 auch noch 1 bis 2 Zusatzadressen. Wenn man also total 99 Adressen hat, können so nur 33 Loks gesteuert werden. In meinem Fall mit etwa 80 Loks in H0 und 60 Loks in H0m käme ich mit SX1 schnell an die Adressen-Grenze, vor allem weil jede Lok eine eigene Adresse haben soll. Darum habe ich mich auch für DCC entschieden, da ich so keine Adressknappheit habe. Jede Lok hat eine Betriebsnummer, davon nehme ich die letzten 4 Ziffern (H0) bzw. 3 Ziffern (bei H0m) als Adresse. Die Lok DB 232 232-9 hat also die Adresse 2329, die RhB Lok 648 die Adresse 648. Wenn die-stellige Adresse mit einer 0 beginnt, dann wird diese mit einer Zahl zwischen 1 und 9 ersetzt, die noch frei ist. Die Adressen 0 - 999 habe ich für H0m reserviert, 1000 bis 9999 für H0.

DCC funktioniert in meinem Fall aber erst zufriedenstellend, seit ich iTrain nutze und iTrain das Fahren mit Positionen eingeführt hat (heute Standardeinstellung). Das heisst, man gibt in einem Block, der aus 1 bis xx Meldern bestehen darf, nur die Stelle ein, wo die Lok(Zug) mit dem Abbremsen beginnen soll (cm ab Blockanfang) und wo die Lok(Zug) anhalten soll (in cm ab Beginn des Blockes). Das funktioniert mit einem Melder aber auch mit mehreren Meldern pro Block bestens. Vorteil von mehreren Meldern ist, dass die Berechnungen noch genauer sind vom Beginn des Abbremsens bis zum Stopp. So halten alle meine Loks +- 5mm genau an der Stelle wo sie halten müssen. Mein kürzester Bahnhofsblock ist nur etwa 5 cm länger als der längste Zug. Bei diesem Zug befindet sich die Lok kurz vor dem Signal und der letzte Wagen befindet sich wenige cm nach dem Blockbeginn. Hier gab es noch nie ein Problem, dass ein Zug etwas zu weit gefahren wäre oder das der letzte Wagen noch im Weichenbereich gestanden hätte (wäre letzteres der Fall, würde auch nichts passieren, da der Block zuvor auch nicht freigegeben würde).
schnorpser hat geschrieben:
24. Mai 2019, 08:04
Die Umrechnung von 31 auf 127 Fahrstufen erledigen die Decoder intern und glätten entsprechend der Parametereinstellungen diese Übergänge derart, dass ein weiches Fahrverhalten erzielt wird. Intern arbeiten die D&H-Decoder immer mit 127 Fahrstufen.
Bei SX1 Decodern ist das richtig (extern 31 Fahrstufen), intern 127 Fahrstufen).
Bei SX2 Decodern gibt es nur 127 Fahrstufen, d.h. man gibt in der Zentrale, guten Handreglern und in der Software den Faktor 3 oder 4 ein, damit man die Drehknöpfe der Handregler nicht unendlich drehen muss.
Bei DCC Decodern kann man mittels CV 29 wählen, ob 28 bzw. 126 Fahrstufen erwünscht sind. Ich bevorzuge 28 Fahrstufen.
schnorpser hat geschrieben:
24. Mai 2019, 08:04
Da ich persönlich gern mehr als 2 Zusatzfunktionen nutze (besonders Licht getrennt und damit Vorbild-nah schalten), nutze ich für neue Loks aktuell am Gleis nur noch DCC und gut. SX1 läuft nur für Altbestände mit, die noch nicht umgerüstet sind.
Da stimmen wir wieder vollkommen überein (ohne das abgesprochen zu haben)!

Im Zuge der Umrüstung von H0m Loks auf DCC habe ich 2 Loks mit der Next-Schnittstelle von D&H ausgerüstet und einen ESU Next18 Decoder eingesteckt. Das braucht kaum mehr Platz als ein normaler Decoder und die Fahreigenschaften sind sichtlich besser als zuor mit den Trix-SX Decodern so ca. vom Jahr 1995 (nur SX1, keine erweiterten Einstellungen). In H0m sind die Einbauverhältnisse nur wenig besser als in Spur N Loks, wo man manchmal noch etwas Platz schaffen musste mittels fräsen im Metallchassis. Aber Spur N war bei mir vor dem Jahr 2000. Interessant war, dass die reinen SX1 Decoder von 1995 nach über 20 Jahren immer noch bestens funktionieren. Das müssen neuere Decoder zuerst noch beweisen.

Freundliche Grüsse

Gian
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Re: SX1 und/oder SX2

Beitrag von N-Train » 24. Mai 2019, 13:54

Moin Norbert und Gian,

das ist ja wieder eine geballte Ladung an Informationen.
Ich habe gerade selbst ein Wenig mit SX2 Programmierung und dann SX1 Fahren getestet. Was mir gefällt sind die 31 Fahrstufen. gerade beim Rangieren, da ich da gern mit einer Tastensteuerung für die Gschwindigkeit arbeite.

Mit der Anzahl der gleichzeitig fahrenden Loks ist bei mir sicherlich kein Problem zu erwarten. Liegt eher bei 5-10. Ich glaube ich werde mal DCC mit 28 Fahrstufen ausprobieren.

Erst mal vielen Dank und Grüße aus dem Norden

Hans
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